The Art of Remix
Der Remix ist nun schon seit über dreißig Jahren eine Kunstform die wie kaum eine andere von dem ständigen Wandel der Technik profitiert. Während in den Anfangstagen mühevoll 24-Spur-Tonbänder geschnitten und kopiert werden mussten, genügen heute ein paar Mausklicks um den gleichen gewünschten Effekt zu erzielen. Aber was nützt einem die tollste Technik, wenn man sie nicht kreativ bedienen kann. So gibt es eine Menge Beispiele für zeitlos gute Remixe die mit verhältnismäßig minimalen technischen Möglichkeiten erstellt wurden und umgekehrt blutleere, technisch hochkompliziert aufgebaute langweilige Remixe.
Blank & Jones haben nun auf ihrer neuen RMX2 Sammlung besondere Remixe zusammengetragen die allesamt von Superstars für Superstars erstellt wurden. Die spannende Frage ist dabei natürlich immer ob das Resultat den hohen Erwartungen Stand halten kann. Schließlich können auch manchmal zu viele Köche den Brei verderben. Da ja niemandem geholfen ist, wenn sie hier Beispiele für die misslungene Zusammenarbeit sammeln würden, konzentrieren sie sich auf die positiven Werke, die zum Glück in der klaren Mehrheit sind.
Den Auftakt macht Lenny Kravitz, der eher für seine 60er und 70er Rockeinflüsse bekannt ist. Seine Technikaffinität ist jedoch nicht zu unterschätzen, allein wegen der Tatsache, dass er den Großteil seiner Alben immer komplett alleine eingespielt hat und schon deshalb immer das Mehrspur-Recording und Editing auf seine ganz eigene Weise genutzt hat. So verwundert es dann auch nicht, dass bereits in den 90er Jahren fast all seine Singles auch zum remixen vom Meister höchstpersönlich freigegeben wurden. Der von Blank & Jones ausgewählte Justice Remix ist allerdings neueren Datums, denn die beiden Franzosen fertigten diesen Remix im Rahmen des zwanzigjährigen Jubiläums seines großartigen “Let Love Rule” Albums an, und zeigen dabei wie man zwei Genres perfekt kombinieren kann.
Das Hamburger Duo Digitalism schlägt musikalisch in eine ähnliche Kerbe und liefert einen ihrer besten Remixe bis zum heutigen Tage für Depeche Mode Frontmann Dave Gahan ab. Apropos Depeche Mode – kein Fan hätte sich wohl jemals zu träumen gewagt, dass das Gründungsmitglied Vince Clarke jemals wieder musikalisch Hand an einen Depeche Mode Song anlegen würde. Bei “Behind The Wheel” ist es nun doch passiert. Und das Ergebnis lässt sämtliche Fans schon ungeduldig auf die neue angekündigte Zusammenarbeit von Martin Gore und Vince Clarke warten, denn es hätte homogener nicht klingen können.
Ein wahres Feuerwerk auf ihre Wahlheimat New York brennen hingegen drei einzigartige Künstler bei der gleichnamigen Hommage ab. Sowohl Moby als auch Debbie Harry und natürlich Armand van Helden haben ihre kreativste Zeit dort verbracht und somit wundert es auch nicht was für eine treibende Disco-Nummer Armand hier aus der Vorlage von Moby und Debbie gezaubert hat
RMX 2 – curated by Blank & Jones [ VÖ 20.01.2012 ]
01. Let Love Rule (Justice Remix) – Lenny Kravitz
02. Kingdom (Digitalism Remix) – Dave Gahan
03. Miracle Cure (Onetwo Remix) – Blank & Jones with Bernard Sumner
04. West End Girls (DJ Hell Remix) – Pet Shop Boys
05. Behind The Wheel (Vince Clarke Remix) – Depeche Mode
06. New York New York (Armand Van Helden Remix) – Moby feat. Debbie Harry
07. The One (Freemasons Vocal Club Mix) – Kylie Minogue
08. Four To The Floor (Thin White Duke Remix) – Starsailor
09. Same Old Scene (Glimmers Remix) – Roxy Music
10. Colours (Fred Falke Remix) – Hot Chip
11. Before Today (Chicane Remix) – Everything But The Girl
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Hey, das die Compilation von Blank & Jones ist wirklich super. Kann man nur jedem empfehlen.
Danke für den Hinweis, hatte ich nicht mitbekommen. Bin mal gespannt was Blank & Jones gezaubert haben.